Schule im Wandel

Schule im Wandel

Eltern, Pädagogen, Erzieher, Landwirte und andere tatkräftigen Unterstützer unterschiedlicher Berufsgruppen haben sich zusammengefunden, um in Nachbarschaft mit dem Hof Marienhöhe – dem ältesten Demeterhof Deutschlands – eine Schule mit handlungspädagogischem Konzept zu verwirklichen. Ein Lernort, der Verantwortung und Gemeinschaftssinn fördert, Raum für individuelle Entfaltung bietet sowie Ordnung und Gesetzmäßigkeiten erlebbar macht.

Handlungspädagogik

Mit einem Angebot auf Grundlage der Handlungspädagogik wollen wir für Kinder die Möglichkeit schaffen, auch in der Schule intensiv mit der sinnlich-physischen Welt in Berührung zu kommen sowie Erlebnis- und Sinnzusammenhänge zwischen Lerninhalten und dem eigenen Leben herzustellen. Mit unserem Anliegen fühlen wir uns mit den pädagogischen Initiativen verbunden, die vergleichbare Angebote entwickeln, z.B. der Hofschule Pente, der Dorfschule Wismarer Land oder der Gemeinschaft Schönfließ.

Ganzheitliches Lernen in Sinnzusammenhängen mit Hand, Herz und Kopf

Auf die Auswirkungen von manuellen und künstlerischen Tätigkeiten auf die Kindesentwicklung wurde durch die Hirnforschung gerade in den letzten Jahren verstärkt hingewiesen. Mit Gärtnerei und Landwirtschaft, aber auch naturnahem Handwerk wollen wir ein authentisches Angebot mit nachahmenswerten Tätigkeiten schaffen, welches nicht nur Zusatz ist, sondern einen wesentlichen Bestandteil der Schule darstellt und das Erleben und Einüben elementarer Fähigkeiten ermöglicht. Lehrer und Lernbegleiter bilden dabei ein Umfeld von tätigen Erwachsenen, in dem Kinder mit ihrem ganzen Sein lernen und ihre Kräfte, Geschicklichkeit, Ausdauer und Verantwortungsgefühl erproben können. Schule wird hier zu einer vollständige Umgebung, in welcher ein hohes Maß an selbstbestimmtem Lernen im eigenen Tempo und in altersgemischten Gruppen möglich wird, um auf die intrinsische Lernmotivation der Kinder altersentsprechend reagieren und diese fördern zu können.

Inklusion

Wir gehen von menschlicher Vielfalt als Normalität aus, die Inklusion von Kindern mit besonderen Bedürfnissen ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Durch individuelle, dem Entwicklungsstand der einzelnen Schüler angepasste Angebote sollen sowohl Überforderung als auch Unterforderung vermeiden.

Altersgerechte Medienkompetenz

Automatisierung und Digitalisierung stellen bisher nie dagewesene Hilfen und Erleichterungen dar, die für das Berufs- und Privatleben von Erwachsenen unbestreitbar große Fortschritte bedeuten. Aber auch die daraus resultierenden Herausforderungen sind offensichtlich. Besonders für junge Menschen führt die aktuelle Entwicklung zu einer Verarmung an Betätigungsmöglichkeiten und zur Schwächung von körperlichen und seelischen Fähigkeiten sowie der Sinnesentwicklung.

Entsprechend dem Alter und Entwicklungsstand sollen Kinder die Möglichkeit haben, ganz in die elementaren Vorgänge und Zusammenhänge einzutauchen, ohne darin durch die Beschränkungen von virtueller Simulation behindert zu werden. Wir sehen Schule auch als Schutzraum vor Angeboten, die das Wohl des Kindes gefährden können.